Gastspiel: Georg Elser – Allein gegen Hitler am Berliner Ensemble
Vom 6. November bis zum 8. November ist meine Inszenierung von Felix Hubys und Dieter de Lazzers Dramatisierung des Lebens von Georg Elser am BE zu sehen sein.
Johann Georg Elser, 1903 auf der Ostalb geboren, ein schlichter Schreiner, fasste 1938 den einsamen Entschluss, “die Führung“ – also insbesondere Adolf Hitler – zu beseitigen, weil „man doch nicht zulassen kann, dass ein Einzelner ein ganzes Volk in den Krieg und ins Unglück führt“.
Elser, ein wortkarger Mensch und typisch schwäbischer Tüftler, sprach nie ein Wort über sein Vorhaben. Im Alleingang entwarf und stellte er aus handelsüblichen Uhren eine Höllenmaschine her, die er in sechswöchiger Nachtarbeit in eine Säule des Bürgerbräukellers in München einbaute.
Als am 8. November 1939 Hitler bei der jährlichen Gedenkfeier für den Marsch auf die Feldherrenhalle sprach, sollte die Bombe hochgehen. Hitler aber verkürzte seine Rede und verließ 19 Minuten vor der verheerenden Explosion den Saal. Elser wurde noch am gleichen Abend an der Schweizer Grenze verhaftet. Hitler betrachtete ihn als seinen persönlichen Gefangenen. Anders als seine Umgebung glaubte der “Führer“, dass Elser als Einzelgänger gehandelt hatte.
Das Stück von Dieter de Lazzer und Felix Huby erzählt das Werden eines Attentäters, der ohne jede politische Ambition nur ein Ziel kannte und der alles für dieses Ziel opferte.
Das Attentat des unauffälligen schwäbischen Schreiners hatte im Unterschied zu anderen Plänen und Anschlägen die besten Chancen, das Schicksal Deutschlands noch zu ändern. Den Zeitgenossen kam das so unwahrscheinlich vor, dass viele es gar nicht glauben wollten.
Es spielen: Berthold Biesinger, Stefan Hallmayer, Bernhard Hurm, Wolfram Karrer, Gina Maas, Oliver Moumouris, Gerd Plankenhorn
Nun ist das Gastspiel vorbei, alle waren sehr zufrieden und der Schwarzwälder Bote (haben die einen Korrespondenten in Berlin ???) schrieb:
Georg Elser: Ein beeindruckendes Stück verschärft gespielt
Gastspiel im Berliner Enemble
“… Nachdem die Melchinger Schauspieler vom Theater Lindenhof bereits im vergangenen Jahr anlässlich des 70. Jahrestages des Bürgerbräu-Attentats mit dem Stück “Georg Elser – Allein gegen Hitler” in München gastierten, waren sie drei Tage in der Bundeshauptstadt beim Berliner Ensemble zu Gast.
“Ihr solltet die Melchinger öfter einladen!”, war im Gästebuch des Berliner Ensembles am Tag nach der letzten Vorstellung zu lesen. Dreimal volles Haus, dreimal große Begeisterung, viel Lob und Anerkennung vom Publikum. Das zeigte sich auch beim Publikumsgespräch am Sonntagabend, bei dem vor allem die Autoren Felix Huby und Dieter de Lazzer sowie Regisseur Christoph Biermeier zahlreiche Fragen gestellt bekamen. Auch die Vertreter der Fachwelt, die am Montag die Vorstellung besuchten, zeigten sich begeistert. “Ein beeindruckendes Stück, verschärft gespielt”, meinte etwa der Schauspieler und Regisseur Manfred Karge. Auch der Intendant des Berliner Ensembles, Claus Peymann, und Dramaturg Hermann Beil waren von der Inszenierung sehr angetan. Ebenso der Dramatiker Rolf Hochhuth, der sich seit Jahren für ein Elser-Denkmal in Berlin einsetzt. … ” Schwarzwälder Bote
www.theater-lindenhof.de
Foto: Theater Lindenhof