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Brassed off – Mit Pauken und Trompeten bei den Ruhrfestspielen


Das war ein schönes Gastspiel im Theater Marl im Rahmen der Ruhrfestspiele am 26.5. und 27.5. 2018! Zweimal fast volles Haus und Standing-ovations .

Außerdem ist das Theater Marl ein wunderbares Kleinod aus den 50-er Jahren. Akkustisch fantastisch, ein tolles Verhältnis von Zuschauerraum zur Bühne und mit 800 Plätzen grade große genug.

Spannend zu sehen war, wie verschieden die Reaktionen in Mössingen in der Pausa und im Ruhrpott waren und sind. In Marl war es eher ein nostalgisches Stück für die vielen Bergarbeiter im Publikum. Kein Wunder, sie haben den Strukturwandel schon hinter sich. Hier in Baden-Württemberg ist die Reaktion komplett anders. Hier ist es eine Parabel über die Vergänglichkeit von Wohlstand und Sicherheit (Diesel! Auto!!) und einen drohenden Strukturwandel.

Meiner Meinung nach, dann doch das richtige Stück zur richtigen Zeit. War aber viel Arbeit. Und die Übersetzung, naja … .

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Brassed off – Mit Pauken und Trompeten


Die nächste Inszenierung: Brassed off – Mit Pauken und Trompeten am Theater Lindenhof und in Ko-Produktion mit den Ruhrfestspielen Recklinghausen. Premiere: 17.5. 2018 am Theater Lindenhof. 26.5. bei den Ruhrfestspielen.

Ein Märchen aus heutigen Zeiten: Yorkshire, 1994, im nordenglischen Kohlerevier. Die Grubenkapelle von Grimley probt für die nationale Endausscheidung der Blaskapellen, während ihre Zeche von der Schließung bedroht ist. Als die Musiker tatsächlich ihre Arbeit verlieren, wollen sie auch die Kapelle aufgeben. Das Untergangsszenario erfasst alle Lebensbereiche, Ehen drohen zu scheitern, Familien zu zerbrechen. Doch dem energischen Dirigenten Danny und den Frauen von Grimley gelingt es, bei den mutlos gewordenen Männern wieder Kampfbereitschaft zu wecken. In einem furiosen Finale in der Londoner Royal Albert Hall gewinnt die “Grimley Colliery Band” den Meisterschaftspokal. Hemmungslos romantisch, aber mit viel schrägem, schlagfertigem Humor verweben Herman und Allen in ihrer Tragikomödie Arbeitslosigkeit, Armut und Elend, Stellenabbau und Strukturkrise. Eine fröhlich-elegische Hommage an eine untergehende Industrie und ihre Menschen.


Brassed off – Filmtrailer

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Premiere Krieg der Träume


Am 4.2.2018 hatte ich Premiere als Autor und Regisseur mit Krieg der Träume. Das Stück basiert auf Drehbüchern eines europäischen Großprojekts, das im September bei ARTE ausgestrahlt wird. Was für eine schöne Produktion mit einem tollen Ensemble! 

Das Besondere dieser Inszenierung: Sie stellt die Ideen und Träume nebeneinander und wertet nicht. Das gibt viel Stoff zum Nachdenken und macht betroffen. Salzburger Nachrichten


Landestheater Salzburg – Krieg der Träume

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Dernière der Melchinger Winterreise


Wie schnell die Zeit vergeht! Die 30 (ausverkauften) Vorstellungen der Melchinger Winterreise nach Peter Härtling sind schon wieder vorbei. Am 11. Februar war die letzte Vorstellung … vorläufig. Ich könnte mir vorstellen, dass diese Inszenierung wieder aufgenommen wird, denn der nächste Winter kommt bestimmt. Bislang stehen wir bei 125 Aufführungen in 20 Jahren oder in vier Spieljahren. Schön war’s und wahrhaftig war’s!

Hoffentlich auf bald!

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Franz Schubert / Peter Härtling: Die Melchinger Winterreise

Am 8. Dezember 2017 feiert meine Inszenierung der MelchingerWinterreise von Peter Härtling/Franz Schubert Premiere. Genauer genommen ist es eine Wiederaufnahme-Premiere. Und das nach 20 Jahren! Am 13. Dezember 1997 hatte das Stück die Uraufführung erlebt und war gleich Kult geworden. Drei ausverkaufte Winter lang stand es auf dem Spielplan des Theaters Lindenhof und nun kommt es wieder. Winterreise revisited, wenn man so will. Wieviel sich seither verändert hat: 1997 war das Fremdsein noch ein eher psychologisches. Die Ausgesetztheit, das Gefühl des Nicht-Dazu-Gehörens bei Schubert und das Gefühl, ein Fremder zu sein bei Härtling, der sehr lange nicht wirklich im Schwäbischen ankam. Heute ist das freilich ganz anders. Die Flüchtlingsströme verändern das Thema. Flucht und Fremdsein ist sehr viel konkreter geworden, die politischen Debatten sind voll davon. Daher ist dies auch keine reine Wiederaufnahme, wir stellen uns den neuen Fragen und hoffen oben am Himmelberg auf der Schwäbischen Alb die ein oder andere richtig zu formulieren. Spannend und fordernd!


www.theater-lindenhof.de

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Tolle Premiere und mehr!


Der verreckte Hof bekommt großes Lob von der Presse und das Publikum liebt den Abend. So soll’s sein!

Die nächsten Projeket: Wiederaufnahme von Peter Härtlings Melchinger Winterreise nach 20 (!) Jahren und eine Stückentwicklung und Regie für das Landestheater Salzburg: 1918 – Der Krieg der Träume.


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Juror für Lamathea

Und wieder kam ein großes Paket! Am 20. Mai werden wieder die besten Inszenierungen im Amateurtheaterbereich ausgezeichnet. Ich bin Juror im Bereich Freilichttheater. 38 Inszenierungen durfte und mußte ich sichten. Fünf werden der Gesamtjury vorgestellt und dann wird diskutiert und schließlich prämiert. Erstaunlich die Vielfalt, erstaunlich die Qualität (gelegentlich) und erstaunlich die Fülle der Themen.


www.lamathea.de







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Georg Ringsgwandl: Der verreckte Hof. Stubenoper


Mutter Weichsenrieder wird wunderlich, oder vielleicht tut sie nur so. Aber eine Pflegerin muss her, denn ihre Kinder, die allzeit überforderte Halbtagshandarbeitslehrerin Gerlinde und der Wichtigtuer und Manager Rupert, können die Alte nicht betreuen. So kommt Swetlana aus Moldawien auf den Hof, der schon seit Jahren stetig verfällt. Georg Ringsgwandls Stubenoper Der varreckte Hof (bayerische Fassung; hochdeutsche Fassung: Der verreckte Hof) spielt auf einem Bauernhof und verhandelt die große Welt. Mit komischen Dialogen, großartigen Charakterfiguren und scharfer Zeitkritik entwirft Ringsgwandl eine dörfliche Szenerie, die von den Ausschlägen der Globalisierung nicht verschont wird.
„Auf hinterlistige und poetische Art und Weise entlarvt Ringsgwandl die vermeintliche Arbeitswut unserer ,Computergesellschaft‘ als reinen Selbstzweck und stellt mit der Figur der kauzigen alten Bäuerin die brisante Gegenfrage: Was lohnt sich denn wirklich und vor allem für wen?“ (BR)


Inszenieren werde ich dieses schöne, böse und wahre Stück am Theater Lindenhof – wenn man so will als “schwäbische Erstaufführung”. Da freu ich mich drauf, Ringsgwandl war ja einer meiner Helden in einem anderen Jahrtausend. Jaja, “Du kannst nix mitnehme” und “Wuide unterwegs”. Das waren Zeiten!


www.theater-lindenhof.de

www.ringsgwandl.com

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Schöner Nachtrag zur Tochter des Salzsieders


Sehr lustiges Video des Ensembles zum Abschluss der letzten Salzsiederin-Aufführung: Saltsider-Bitch !!!

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SCHWÄBISCH HALL
Zum Abschied ein Stück Treppe – Biermeier zieht letztmals Bilanz



Regen oder Sonne, das ist erstmal egal: Biermeier hat seine Wettervorhersagen vom Handy gelöscht. Nach einer erfolgreichen Saison fährt er zufrieden in den Urlaub.

„Ich gehe mit einem sehr guten Gefühl. Die letzte Woche war sehr emotional. Es sind in den vergangenen 13 Jahren viele Künstlerfreundschaften entstanden. Da kam schon Wehmut auf“, sagt der 52-Jährige am gestrigen Montag bei seiner letzten Pressekonferenz im Rathaus zur abgelaufenen Spielsaison 2016, in der er mit 74.317 Zuschauern sein zweitbestes Ergebnis in seiner Ära erzielt hat. Besonders stolz ist er dabei auf die Rockoper Jesus Christ Superstar auf der Treppe. Mit dem Publikumsrenner wurde die Qualität von Musiktheater mittels ausgetüftelter Akustik und hervorragenden Stars in neue Höhen geschraubt, betont Biermeier.

Seinen ganz persönlichen Abschiedsmoment hatte er nicht am vergangenen Freitag bei der letzten Vorstellung von „The Stairways to Heaven“, sondern bereits davor, am Donnerstagabend, sei ihm so bewusst wie nicht zuvor geworden: Das war’s, es ist vorbei. Er habe die letzte Saison noch einmal genossen, vor allem die große Wertschätzung, die er nochmal bekommen habe. Bei seiner 13-Jahr-Bilanz hebt er Eigenproduktionen, die Erweiterung darstellerischer Grenzen und gelungene Klassiker hervor. Eine handfeste Erinnerung bekommt Biermeier von Hermann-Josef Pelgrim überreicht. „Es ist der letzte, jahrhundertealte Treppenstein samt Freilichtspielsymbol, den wir noch haben, und ein Dankeschön für die große Kraft, mit der Sie sich nachhaltig eingebracht haben“, sagt der Oberbürgermeister und erste Vorsitzende der Freilichtspiele zum scheidenden Intendanten. „Das wird der Grundstock für eine neue Treppe“, nimmt es Biermeier auch mit Humor. Pelgrim würdigt nicht nur die abgelaufene Saison, sondern auch die „Ära Biermeier“. In seiner Zeit hätte sich die zweite Spielstätte ergänzend neben der Treppe vollends nachhaltig und dauerhaft etabliert. Das bleibe mit dem Namen Biermeier in der Tradition der Freilichtspiele verbunden. Zudem habe Biermeier in einem hohen Maße auf Eigenproduktionen gesetzt, die auch vom Publikum angenommen worden seien. Beispiel: In der Statistik 2015 des Deutschen Bühnenvereins taucht die Eigenproduktion „The Stairways to Heaven“ als zweiterfolgreichste Revue im Vergleich aller deutschen Bühnen auf.

In 13 Jahren: 850.000 Zuschauer bringen 20 Millionen Euro

Biermeier stehe für rasante Modernisierung, Öffnung und künstlerischen Aufschwung. Er habe die ästhetischen Grenzen des Theaters im Freien erweitert, mit verschiedenen anderen Theatern kooperiert. Der Spagat zwischen hoher Qualität und Zuschauererfolg sei ihm nachhaltig gelungen. In den 13 Jahren wurden mit rund 850.000 Zuschauern 20 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet.

Unter der Intendanz von Christoph Biermeier wurde das Programm ganzjährig ausgeweitet, ein Jugendtheaterfestival gegründet, Theaterpädagogik aufgebaut und so seien die Freilichspiele der Programmatik eines Stadttheaters angenähert worden. Dazu fällt die Entscheidung für einen Theaterneubau in die Zeit Biermeiers.

Und was kommt jetzt, was macht Biermeier nun beruflich weiter? Er wendet sich als Regisseur anderen Projekten zu, mehr gibt er noch nicht bekannt, denn die Entscheidung sei darüber hinaus noch nicht gefallen. Es lägen für 2018 mehrere Angebote vor. „Da gibt es im Urlaub mit der Familie viel zu besprechen“, macht der Familienvater deutlich, dass es eine gemeinsame Entscheidung werden soll, wie und wo es dann beruflich genau weitergeht.


Marcus Haas, Haller Tagblatt, 29.8.2016